Sines
Die hübsche Kleinstadt, Geburtsort des Indienfahrers Vasco da Gama, ist immer noch ein traditioneller Fischerort. Sines grenzt an ein hohes Kliff – unterhalb davon, neben einer hübschen sandigen Bucht, liegt der Hafen. Über der Bucht erblickt man die Überreste eines mittelalterlichen Kastells, das im 16. Jahrhundert restauriert wurde. Einen Besuch ist Sines in jedem Fall wert.
Trotz erdrückender Raffinerietürme und der stahlglänzenden Röhren der Pipelines hat sich der alte Ortskern behaupten können. Im Dorf selbst ist von den Raffinerien nichts mehr zu sehen. In Sines kann man am späten Nachmittag noch Sardinenfischer beobachten, die aufs Meer hinausfahren. Vor Sonnenuntergang suchen die Fische immer das warme Wasser an der Oberfläche auf.
Basisdaten - Sehenswert - Geschichte - Karte - Stadtplan - Satelittenkarte - Bilder - Panorama 360° - Hafen
- Casa Museu Vasco da Gama: In der alten Burg inmitten der Altstadt wurde 1999 das Museum zu Ehren des Entdeckers eröffnet.
- Ermida Nossa Senhora das Salvas: eine "Kapellenfestung" oberhalb des Hafens, mit einem hübschen manuelinischen Portal. Errichtet nach der wundersamen Rettung der byzantinischen Prinzessin D. Vetaca vor dem Kap Sines. Zum Dank ließ sie die Kapelle bauen. Im 15. Jh. von Vasco da Gama wiedererrichtet. Im Inneren eine Ausstellung von Kirchenkunst aus dem Zeitalter der Entdeckung.
- Kirche Matriz de São Salvador: erbaut im 17. Jahrhundert
- Kirche von Espírito Santo ou da Misericórdia: Fungierte einige Jahrhunderte als Hospitalkirche und ist heute ein Kulturzentrum
- Ermida von São Bartolomeu
- Kapelle von São Sebastião: 15. Jahrhundert fungierte als Soldatenkirche der Burg
- Burg von Sines: wurde von König Dom Pedro ausgebaut und ist wahrscheinlich Geburtsort von Vasco da Gama
- Fort do Revelim:diente zur Verteiligung von Sines zusammen mit der Burg
- Archäologischen Museum
- Sommerkulturfestival der Weltmusik - Festival das Musicas do Mundo:In jedem Jahr kommen hier Küstler aus aller Welt zusammen, die in den Mauern der alten Burg dieses außergewöhnliche Kulturfest gestalten.
- Carnaval de Sines
In der Umgebung:
- Forte do Pessegueiro (wurde im 17. Jahrhundert gebaut und befindet sich außerhalb von Sines vor der Ilha do Pessegueiro, historisch gesehen ein strategischer Punkt des Gebiets)
- Igreja de Nossa Senhora da Soledade (in Porto Covo)
- Naturpark Südost Alentejo und Costa Vicentina
- See von Sancha, dort
gibt eine eine Pflanzensorte - ionopsidium acaule – die es nur in dieser Küstenregion gibt.
- Serra de Cercal, die vulkanischen Ursprungs ist und deren höchster Punkt der Gipfel des Monte Chaos ist
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Möglicherweise verdankt Sines seinen Namen den Kelten, denn der Volksstamm, der hier lebte, nannte sich Cinetos – Cines und daraus ergibt sich Sines, so meinen jedenfalls die lokalen Wissenschaftler.
Die Römer waren die ersten, die Sines zu einem Hafen für die historische Stadt Miróbriga in der Nähe des heutigen Santiago do Cacém machten. In den Festungsmauern der Burg von Sines wurde eine Mars-Statue ausgegraben und Reste einer Fischverarbeitung gefunden, die auf eine Besiedlung des heutigen Stadtgebiets durch die Römer hindeutet. Das gesamte Gebiet um die noch heute erhaltene Burgruine war im römischen Reich bewohnt. Dokumente aus dem archäologischen Museum von Sines weisen darauf hin, dass es Verschiffungen im 1. Jahrhundert n.Chr. von Sines in Mittelmeerhäfen gab. Der Fund von historischen Ankern im Strandgebiet von St. Torpes aus dem 1. und 2. Jahrhundert n.Chr. zeigen in die gleiche Richtung.
Die Westgoten hinterließen im 7. Jahrhundert Fragmente einer Basilika die als Tempel in Sines diente, Teile sind bis heute noch im archäologischen Museum von Sines zu sehen. Aus dieser Zeit stammen auch die bei Ausgrabungsarbeiten in den Mauern der Burg gefundenen Marmor Skulpturen.
Die Mauren besetzten Sines im Laufe des frühen 8. Jahrhunderts doch gibt es nur wenige direkte Belege dieser Epoche. Es scheint als wäre die Stadt Sines verlassen worden, lediglich der Hafen wurde auch von den Mauren betrieben. Die Hauptaktivitäten dieser Zeit waren auf Santiago do Cacém und auf die Hauptstadt der Region Alcácer do Sal bezogen gewesen.
Anfang des 13. Jahrhunderts wurde die Gegend um Sines und Santiago do Cacém von den Christen erobert und das portugiesische Königreich wurde gegrüdet. Erste Schriftstücke aus dieser Zeit belegen, dass 1362 der König Dom Pedro Sines eine gewisse Unabhängigkeit von Santiago do Cacém gewährte und seine Bedeutung als Militär Festung und Hafen hervorstellte.
Einer der bekanntesten und erfolgreichsten Söhne der Stadt war Vasco da Gama (ca. 1469-1524). Er ging als Entdecker und Eroberer in die portugiesische Geschichte ein.
Bis 1486 erweiterte sich das Gebiet des mittelalterlichen Ortes bis zur Müdung des Mira mit der Bildung des Dorfes Mila Nova de Milfontes. Schon damals wurden die Grenzes des heutigen Kreises Sines gezogen.
Das Fort von Sines wurde im 15. Jahrhundert, so wie das Fort von Setúbal zur Absicherung der Küste konstruiert.
In seiner langen Geschichte war der Kreis von Sines immer durch die maritimen Aktivitäten seiner Bewohner geprägt und dieser Zustand setzt sich bis heute fort. Neben Umschlagsanlagen für Öl und Gas sowie Massengut Kohle gibt es seit Neuesten auch einen internationalen Container Terminal in Sines, welcher durch den Hafen von Singapore operiert wird.
Zu Beginn des 20. Jahrhundert lebte die Bevölkerung von Landwirtschaft und Fischfang. Außerdem hatte die Korkindustrie eine größere Bedeutung und es siedelten sich Fischkonservenfabriken im Stadtgebiet an. Mit dem Salazar Regime in den 50iger Jahren kam noch der Tourismus hinzu, wegen der besonderen Schönheit der Strände um Sines.
Zu Beginn der 70iger Jahre beschloss die Regierung von Marcello Caetano in der Umgebung von Sines einen großen Hafen- und Industriekomplex anzusiedeln. Neben der Energiegewinnung aus Kohle wurden mehrere petrochemische Fabriken und Raffinerien hier angesiedelt, die bis heute die Umgebung von Sines prägen. Auch wollte man die im Hinterland des Alentejo existierenden Minen mit Pyrithvorkommen über Sines bedienen. Dank des relativ hohen Tiefgangs wurde ein Tiefwasserhafen errichtet, in dem auch große Tanker und Massengutfrachter abgefertigt werden können.
Sines bekam das Stadtrecht im Jahre 1997.
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