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Das Montalegre-Pflanzenlexikon: Seifenbaumgewächse (Sapindaceae)

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Acer platanoides
Spitz-Ahorn
Spitz-Ahorn im Herbst
Spitzahorn Blatt
Spitzahorn Frucht

Spitz-Ahorn (Acer platanoides)

Klasse: Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige (Rosopsida)
Unterklasse: Rosenähnliche (Rosidae)
Ordnung: Seifenbaumartige (Sapindales)
Familie: Seifenbaumgewächse (Sapindaceae)
Unterfamilie: Rosskastaniengewächse (Hippocastanoideae)
Gattung: Ahorne (Acer)
Bilder: www.wikipedia.org
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Der Spitz-Ahorn wird auch Spitzblättriger Ahorn genannt. Er wird vielfach als Alleenbaum angepflanzt.

Vorkommen & Herkunft:

Der Spitz-Ahorn ist über weite Teile Mitteleuropas und Westasien verbreitet, vom Tiefland bis in gut 1000 m Höhe. Er reicht nach Norden bis Mittelschweden und Südfinnland, im Osten bis zum Ural und fehlt in Teilen von Nordwestdeutschland und im Großteil von Frankreich. Im Süden ist der Baum in den Pyrenäen, im Apennin, in den Gebirgen Griechenlands, Kleinasiens sowie im Kaukasusverbreitet.

Der Spitzblättriger Ahorn kommt als Mischbaumart in verschiedenen Typen von Laubwäldern vor. Häufig trifft man ihn an Waldrändern und in Hecken an.

Die Pflanze:

Der Spitz-Ahorn ist ein sommergrüner, meist kurzstämmiger, rundkroniger, 15-25 m hoher Baum. Er kann etwa 150, maximal 200 Jahre alt werden und ist ein Herzwurzler. Die Borke seiner Rinde ist in der Jugend glatt, später längsrissig und schwarzbraun. Sein Stamm erreicht eine Dicke von 60 - 100 cm.

Die Laubblätter sind gegenständig, handförmig, 5-7-lappig, spitz zulaufen und bogig gezähnt. Sie werden 10-18 cm breit und sitzen an 3-20 cm langen, an der Basis kugelig verdickten Stielen. Oberseits sind sie glänzend dunkelgrün gefärbt, unterseits hellgrün und nur auf den Blattnerven schwach behaart. Bei Verletzung der Blätter oder der jungen Zweige tritt Milchsaft aus. Im Herbst färbt sich das Laub von gelb über gelb-orange bis karminrot.

Die Blüten erscheinen vor dem Laubaustrieb im April bis Mai. Sie sind gelblich-grün und stehen in kurzen, endständigen Rispen. Erscheinen vor dem Laubaustrieb. Es kommen sowohl zwittrige als auch eingeschlechtige weibliche und männliche Blütenstände vor. Die Bestäubung erfolgt durch Bienen, Hummeln und andere Insekten.

Die Früchte sind paarweise geflügelte Nüsschen, deren Flügel stumpf-winkelig bis waagrecht abstehen. Sie werden vom Wind verbreitet.

Anbau:

Der Spitz-Ahorn bevorzugt gemäßigt kontinentales Klima mineralkräftige, sickerfeuchte und humose Lehmböden und kalkhaltige, nährstoffreiche, lockere Steinschuttböden. Der Baum ist im Sommer wärmebedürftig, jedoch im Winter bis –32°C frosthart.

Der Spitzahorn fruchtet fast alle Jahre reichlich, vermehrt sich aber auch vegetativ über Stockausschläge.

Da das Wild bevorzugt die jungen Triebe und Blätter verbeißt, brauchen junge Pflanzen besondere Aufmerksamkeit und Förderung.

In Stadtgebieten wird der Baum häufig von Uncinula tulasnei, einer für den Spitz-Ahorn spezifischen Art des Echten Mehltaus, befallen.

Verwendung:

Das Holz des Spitzahorns zählt zu den wertvollsten Edellaubhölzern. Es wird in der Möbelindustrie und im Innenausbau verwendet und bildet die Rohstoffbasis für Holzschnitzer und Drechsler, die Haus- und Küchengeräte, Spielzeug, Mess- und Zeichengeräte sowie Musikinstrumente daraus herstellen

Als Halbschatten-Baumart ist der Spitz-Ahorn waldbaulich vielseitig und mischungsfähig verwendbar. Die gut zersetzbare Laubstreu fördert die biologische Aktivität des Bodens. Aufgrund seiner Widerstandsfähigkeit gegen Industriebelastung wird er gerne im Stadtbereich zur Begrünung verwendet.

Sorten:

  • Crimson King: in Frankreich 1946 gezüchtet, schwachwüchsige Form, rote Blätter, junge Blätter braun-rot und runzelig;
  • Cucullatum: hoher, schmaler Wuchs, Blätter rundlich mit kleinen, nach unten gebogen Lappen;
  • Cultivare: schwarzrotes Laub oder weiß gerandete Blätter;
  • Drummondii: 1903 in England entstanden, hellgrüne, breit weiß gerandete und gefleckte Blätter, Krone kugelig;
  • Fassens Black: 1936 in Belgien gefundene Form, dunkel purpurbraune bis fast schwarze Blätter, Blütenstände und Fruchtstiele rot, Herbstfärbung vom Laub ebenfalls rot;
  • Globorum: kugel-kronige Form;
  • Laciniatum: auch Vogelkrallen-Ahorn genannt, 1781 entstandene Form, wächst pyramidenförmig, Blätter breit keilförmig mit tief eingeschnittenen Lappen, sehr lang und spitz gezähnt, Blattrand und Lappen krallenartig nach unten gekrümmt;
  • Lorbergii: seit 1829 bekannte Form, starkwüchsig, Zweige gewunden, Blätter hellgrün, bis zur Basis eingeschnitten, 10 x 17 cm groß, Lappen tief gezähnt;
  • Reitenbachii: vor 1874 in Deutschland entstanden, Austrieb ist braun-rot, Herbstfärbung dunkelrot;
  • Schwedleri: vor 1869 in Deutschland entstand, Austrieb blutrot gefärbte Blätter, später dunkelrotgrün bis olivgrün werdend, Blattstiel und Blattnerven rot, Herbstlaub ist rot getönt;
  • Stollii: 1888 in Berlin entstanden, Blätter meist dreilappig, dunkelgrün und derb, 20 x 18 cm groß;

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